Sophias Sommer
Regen! Regen! Den ganzen Tag nur Regen!
So hat sich Sophia den Sommer nicht vorgestellt. Sie sitzt im Haus, am Fenster und schaut raus. Sophia legt den Kopf auf ihre Hände und zählt die Tropfen. Was soll sie sonst machen?
Ihre Puppe Karin möchte keinen Tee mehr. Ihre Katze Schnurr schläft lieber. Mit ihrem Bruder hat sie schon ganz lange Autos gespielt. Und ihre große Schwester schreibt die ganze Zeit mit ihrem Freund.
Sie hat auch schon ihr Zimmer aufgeräumt. Weil Mama immer sagt: „Dann scheint die Sonne, um in dein Zimmer zu schauen.“
Heute scheint der Sonne Sophias Zimmer jedenfalls ziemlich egal zu sein. Es regnet weiter.
Papa sagt: „Mach doch etwas für die Schule.“
Das geht zu weit. Es sind doch Ferien! Sophia sagt nichts.
Papa muss zur Arbeit. Nur noch heute. Morgen fahren sie in die Berge. Sophia hat ihren Koffer aus Langeweile schon dreimal gepackt. Sie sieht wieder aus dem Fenster. Ob das was wird?
Regen! Regen! Die ganze Nacht nur Regen!
Es ist noch nicht fünf Uhr, als Sophia von Mama geweckt wird. Papa will früh fahren. Er sagt, der Weg ist weit. Sophia wäscht sich mit kaltem Wasser. Sie will den ganzen Weg wach bleiben. Sie will ihrer Freundin Rosa zwei Bilder machen. Eines auf dem die Berge noch ganz klein sind und eines auf dem die Berge riesig sind. Sie schafft es nicht. Beim Brummen des Autos und dem Klopfen des Regens schläft sie schnell wieder ein.
Sophia wird wach, weil Mama laut singt. Sophia sieht aus dem Fenster. Regen! Wie kann Mama da so fröhlich sein? Sophia macht die Augen weit auf.
„Da sind ja schon Berge!“, ruft sie.
Sophia ist sauer. Sie wollte doch ein Bild für ihre Freundin machen. Sie hat es Mama und Papa auch gesagt. Warum hat sie keiner geweckt?
„Das sind noch nicht die großen Berge“, sagt Papa.
Der Weg ist sehr weit. Sie fahren noch einige Stunden und machen viele Pausen. Auch der Regen macht mal eine Pause. In der Pause macht Sophia ihr erstes Bild. Die Berge sind noch klein, aber sie kann den Schnee oben erkennen. Auf dem Weg vom Rasthof zum Auto fängt es wieder an zu regnen.
Sophia will jetzt zum Meer. Mit Sand und Sonne. Sie will im Meer baden.
„In den Bergen kann man auch baden“, meint Mama.
Wie denn? In Badesachen durch den Regen rennen?
Es ist schon Abend, als sie ihr Ziel erreichen. Ihren Koffer muss Sophia durch den Regen zum Hotel ziehen. Sie hat ein Zimmer mit ihrem Bruder. Es ist ganz schön.
Es wird schon dunkel, da hört es auf zu regnen. Jetzt wollen alle raus. Vor dem Hotel liegt ein Tal. Hinter dem Hotel geht es in die Berge. Die Sonne leuchtet durch die Wolken. Sophia staunt. Die Berge glitzern rosa und rot. Das ist schön! Dann ist die Sonne schon weg.
In der Nacht wird Sophia wach.
Regen! Regen! Den ganzen Tag nur Regen?
Sonne! Sonne! Den ganzen Tag nur Sonne!
Am Morgen wird Sophia von der Sonne geweckt. Nach dem Essen fahren sie in einen Park. Dort gibt es viele Spielplätze, Karussells und überall sind schöne Blumen. Am Abend sind die Berge wieder rosa und rot angemalt.
Am nächsten Tag gehen sie Wandern. Auf einen ganz großen Berg. Aber erst fahren sie mit einem Lift. Oben staunen die Kinder. Hier liegt Schnee. Sie machen eine kleine Schneeballschlacht.
Auf dem Weg nach unten kommen sie an einen See. Dort kann man auch baden. Das Wasser ist nicht so kalt. Nur ein wenig.
Schnee wie im Winter. Blumen wie im Frühling. Baden wie im Sommer. Und ja, auch Regen wie im Herbst.
Das ist Sophias Sommer!
Das Coverbild entstand übrigens mit Elementen von:
purepageart (Straße mit Haus)
Süleyman Akbulut (Sophia)
lcallard210 (Berge)
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