Der Wind
Geschrieben von Florian Fehring
Der Wind ist heute faul. Über der Wiese ist er nur ganz langsam. Die Blätter an den Bäumen bewe-gen sich nicht. Über den Wolken steht der Wind still. Auch die Wol-ken stehen still. Die Sonne freut sich und scheint hell. Doch eine Wolke will schneller fliegen.
„Hey Wind! Ich will die Welt se-hen. Bitte puste mich“, sagt die Wolke zum Wind.
„Die Welt sehen“, sagt der Wind leise, „Das hört sich gut an. Das will ich auch!“
Und schon pustet der Wind. Er fliegt mit der kleinen Wolke über Berge, Wiesen und Wälder. Bei einem Wald wird er langsamer. Er findet es schön, durch die Äste zu fahren. Hier in den Ästen kann er singen.
In den Bäumen sitzen viele Vögel. Kleine und Große. Dicke und Dünne. Leise und Laute. Alle sin-gen: „Hey Wind! Wir wollen mit der Wolke fliegen. Bitte trage uns.“
„Fliegen und die Welt sehen“, sagt der Wind leise, „Das hört sich gut an. Das will ich auch!“
Und schon pustet der Wind. Er trägt die Vögel hoch in die Luft. Sie breiten ihre Flügel aus und fliegen ganz leicht. Sie fliegen über Felder, Berge und Wiesen. Bei einer Wiese wird der Wind langsamer. Er findet es schön durch das Gras zu fahren. Das Gras ist so weich.
Auf der Wiese sind Pferde. Weiße und Schwarze. Stehende und Liegende. Langsame und Schnel-le.
„Hey Wind! Ich will genauso schnell sein wie du. Bitte schiebe mich“, ruft das Pferd.
„Schnell sein und fliegen und die Welt sehen“, sagt der Wind leise, „Das hört sich gut an. Das will ich auch!“
Und schon pustet der Wind. Das Pferd läuft und der Wind schiebt es an. Sie springen über Hecken, Felder und Berge. Bei einem Berg wird der Wind langsamer. Er findet es schön, über den Schnee zu streichen. Der ist kalt.
Auf dem Berg liegt viel Schnee. Sauberer und Dreckiger. Trocke-ner und Nasser. Schwerer und Leichter.
„Hey Wind! Ich will tanzen! Bitte wirbel mich herum“, sagt der Schnee.
„Tanzen und schnell sein und fliegen und die Welt sehen. Das hört sich gut an. Das will ich auch!“
Und schon pustet der Wind. Der Schnee beginnt sich zu drehen. Sie tanzen über Plätze, Hecken und Felder. Bei einem Feld wird der Wind langsamer. Er findet es schön, durch das Getreide zu fe-gen. Das ist lustig.
Auf dem Feld sind viele Hasen. Große und Kleine. Langsame und Schnelle. Sitzende und Spielen-de.
„Hey Wind! Ich will ganz weit springen. Bitte gib mir einen Schubs“, ruft ein Hase.
„Springen und tanzen und schnell sein und fliegen und die Welt se-hen. Das hört sich gut an. Das will ich auch!“
Und schon pustet der Wind. Der Hase springt hoch in die Luft. Sie springen über Straßen, Plätze und Hecken. Bei einer Hecke wird der Wind langsamer. Er findet es schön, wie die Blätter an der He-cke tanzen. Das macht Freude.
An der Hecke hängen viele Blät-ter. Grüne und Gelbe. Helle und Dunkle. Dünne und Breite.
„Hey Wind! Ich will fallen. Bitte rüttel mich los“, ruft das Blatt.
„Fallen und springen und tanzen und schnell sein und fliegen und die Welt sehen. Das hört sich gut an. Das will ich auch!“
Und schon pustet der Wind. Das Blatt fällt und der Wind hebt es wieder hoch. Sie fallen auf Häu-ser, Plätze und Straßen. Bei ein paar Kindern wird er langsamer. Er sieht die Kinder gerne spielen. Das ist lustig.
Die Kinder werfen Bälle hin und her. Große und Kleine. Langsame und Schnelle. Bunte und Einfar-bige.
„Hey Wind! Ich will in eine andere Richtung. Gib mir einen Schubs“, ruft ein Ball.
„In eine andere Richtung und fal-len und springen und tanzen und schnell sein und fliegen und die Welt sehen. Das hört sich gut an. Das will ich auch!“
Und schon pustet der Wind. Der Ball fliegt zu Pia und zu Finya. Zu Paul und zu Ben. Und dann zu euch. Er spielt gerne mit euch. Weil er euch mag.
Mögt ihr den Wind auch? Dann ruft ihm doch etwas zu: „Hey Wind! Wir wollen …“