Die Befreiung

Geschrieben von

Auf den magischen Berg schlich,
Timon, die Feder im Gewande,
wenig Freude hatte Herr Zwerg am Besuch in seinem Lande,
„Was willst du auf dem Berge? Sprich!“,
entgegnet ihm finster der kleine Wicht.
„Die Gedanken von den Fesseln befreien.“
„Aha. Na dann soll es so sein!“
Der Zwerg setzte und wunderte sich.
„Ich sehe“, sagte der Zwerg, „Keine Ketten.
Wie also soll meine Axt dich retten?
Vielleicht ein sanfter hieb gleich hier?
Doch hab ich keine Lust auf das Geschmier!“
„Befreien können weder Axt noch Schwert,
nichts befreit mit dem man sich erwehrt.“
Der Zweg nahm Timon mit sich in die Höhlen.
„Ich sehe“, sagte der Zwerg, „keine Schergen,
Wie also, soll mein Gold dich verbergen?
„Soll ich dich damit erschlagen?
Doch will ich dich nicht bis nach oben tragen!“
„Befreien können weder Gold noch Edelsteine.
Nichts von Wert befreit die Last die ich meine.“
Der Zwerg scheuchte Timon aus seinen Höhen.
„Nun fort“, sagte der Zwerg, „Fort mit dir!
Wie also, soll ich es sagen? Ich kapitulier!
Bei mir wirst du ganz sicher keine Lösung finden!
Vielleicht kannst dich mit Drachen in die Lüfte winden?
„Nun hast du es geschafft“, spricht Timon ausgelassen,
„Hast endlich deine ausgetretenen Pfade verlassen!“

Inspiriert von „Die Bürgschaft“ von Friedrich von Schiller